Ich bin Zeugnis - von Max

Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Matthäus 11:28



Mein Name ist Max und ich bin 1990 in Berlin geboren. Von klein auf entdeckte ich meine Liebe zum Fußball. Meine Kindheit war sorgenfrei, meine Mutter (sie ist alleinerziehend) gab mir alles, was ich mir wünschte. Nach zahlreichen Umzügen sind wir letztendlich 2001 nach Birkenfeld umgezogen. Ich besuchte dort  die Gesamtschule und genießte mein bis dato sorgenfreies Leben. Nach und nach schlich sich bei mir der Spaß am Alkoholtrinken ein. Schnell interessierte ich mich nur noch für Fußball und Alkohol. Bei einem routinemäßigen Fußballspiel spürte ich plötzlich starke Schmerzen in der Hüfte. Zuerst hatte ich gehofft, dass das ein vorübergehender Schmerz ist, sodass ich mir vorerst keine Sorgen machte. Ich habe 3 Jahre lang regelmäßig verschiedene Ärzte besucht, doch sie konnten mir keine Diagnose erstellen, aber die Schmerzen waren da. Es hat mich mental sehr fertig gemacht, obwohl ich das nicht zugeben wollte, aber wenn einem die Ärzte sagen, dass da nichts ist, und man doch starke Schmerzen spürt und vor allem nicht mehr spielen kann, so war das sehr demütigend für mich.





Eines Tages sind meine Mutter und ich zu einem Professor nach Homburg gefahren, der innerhalb einiger Sekunden eine Diagnose feststellen konnte: beidseitige Hüftdysplasie! Was das heißt? Meine Hüftwanne ist nicht vollständig ausgewachsen, so dass eine Gefahr bestand, dass ich mit ca. 30 Jahren ein künstliches Hüftgelenk erhalten würde. Als der Arzt mir dies mitteilte, dachte ich, dass meine ganze Zukunft im Eimer ist. Doch er hatte mir eine kleine Hoffnung gegeben: Der Arzt sagte, dass er in einem kleinen Eingriff mit der Kamera schauen kann, ob eine große Operation nötig ist oder nicht. Mit dieser Hoffnung lebte ich die paar Wochen bis zu dem Eingriff.

Als ich auf der Wachstation nach der Operation im Bett lag, kam der Arzt hinein und sagte: "Tut mir leid! Die große OP, die Beckenumstellung, ist unumgänglich!" Seitdem ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich hatte keine Lust mehr auf alles. In der Woche über bin ich normal zur Schule gegangen, aber ich habe mich jeden Tag auf das Wochenende gefreut, um meine Sorgen in Alkohol zu ertränken. Und Fußball gab es für mich seit dem nur noch im Fernseher. Und so lebte ich in dem Warten auf die große OP, und die "Warum ich?"-Frage hat mich innerlich aufgefressen. Das schlimmste war es meine Freunde beim Fußballspielen zuzuschauen, und das schlimmste war, dass sie behauptet hatten, dass ich einfach keine Lust mehr hätte mit ihnen zu spielen. Das hat mir sehr weh getan. Äußerlich habe ich mir nichts anmerken lassen, aber im Rausch habe ich mich bei meiner Mutter ausgeheult. Ich habe eigentlich nur darüber geredet, wenn Alkohol im Spiel war. Die Zeit verflog, mittlerweile hatte ich auch eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker hinter mir. Du kannst dir vorstellen mit welch einer Lustlosigkeit ich meinen Pflichten nach der Diagnose nachgegangen bin. Ich musste mich zwingen, damit klar zu werden, denn einen anderen Ausweg gab es nicht.



Eines Tages rief mich mein Kumpel an und hat mich zu einem vorweihnachtlichen Event, dass von der Jugend organisiert wurde, zur Kirche eingeladen. Mein erster Gedanke war: "Was ist denn hier los?!" Ich meine, was soll denn einer denken, der noch nie in seinem ganzen Leben zuvor was mit der Kirche zu tun hatte, geschweige denn davon nicht an Gott geglaubt hatte?! Letztendlich bin ich doch mitgekommen, weil mein anderer Kumpel auch mitgegangen ist. Ich bezweifle, dass ich alleine dorthin gegangen wäre. Als ich da war, dachte ich, dass es schon komische Menschen sind. Kirche war einfach nichts für mich. Ich habe nicht verstanden warum die beten, und wen die anbeten. Unerklärlich war für mich auch die Gastfreundschaft, und die Nächstenliebe. Ich wurde so begrüßt, als ob ich schon 10 Jahre dorthin ging. Als ich raus ging, dachte ich mir: "Zum Glück hab ich das geschafft hier..!" Danach habe ich die Jugend ein paar Mal besucht, aber ehrlich gesagt nur wegen meinem Kumpel, weil er so sehr von der Gemeinschaft und der Jugend geschwärmt hat. Nach jedem einzelnen Besuch kam aber die Neugier immer näher: Warum sind die so anders als die anderen Menschen? Woher kommt diese Dankbarkeit? Wen beten sie an und warum lieben diese Leute diesen Gott so sehr? Was hat Er ihnen getan? An meinem Geburtstag hat die Jugend für mich ein Fest vorbereitet. Ich hatte gar keine Ahnung davon, und war plötzlich der Mittelpunkt der ganzen Gemeinschaft. Die Leute haben mich kaum gekannt (4 Wochen), aber sie haben mich so familiär aufgenommen. Wir haben zusammen gesungen und einfach Spaß gehabt. Zusätzlich schenkte mir noch mein Kumpel eine Bibel zum Geburtstag. Nach diesem Ereignis hab ich angefangen die Jugendstunden und auch den Gottesdienst regelmäßiger zu besuchen.



Der Termin für die OP rückte immer näher. Ich hatte von Tag zu Tag immer mehr Angst davor. Ich hatte einfach keine Lust da drauf. Einige Leute von der Jugend kamen zu mir und sagten, dass sie für mich beten werden. Einerseits hat es mir ein bisschen Hoffnung gegeben, andererseits hat es mich auch nachdenklich gemacht. Am Eingang vom Krankenhaus sprach ich ein paar flüchtige, nicht ganz ernst gemeinte Worte zu Gott: "Komm Gott, wenn es Dich wirklich gibt, dann zeig‘s mir doch dass es Dich gibt!" Ich bin durchs Krankenhaus gegangen, meine Nervosität ist ins Unermessliche gestiegen. Ich hatte das Gefühl, dass jeder auf mich starrt, und das ganze Krankenhaus nur auf meine OP wartet.

Ich bin ins Zimmer gegangen. habe mich auf das Bett gesetzt und habe mich umgeschaut. Bis zu dem Zeitpunkt der mein komplettes Leben verändert hat: Ich habe mich umgeschaut und sah das Kreuz über der Eingangstür. Es war ein einfaches simples Kreuz aus Holz. Und doch wusste ich: Das war die Antwort auf das kurze Stoßgebet von vor 3 Minuten. Gott hat mich in diesem Moment komplett umgehauen! Meine Anspannung, meine Angst, ... alles weg! Ich war einfach überwältigt von dem Gefühl. Und ich wusste, egal was passiert, dass Er auf mich aufpasst. Als die Ärztin in dem Moment reinkam, um meinen Puls zu messen, war sie ganz erstaunt. Ich hatte einen Puls von 60. Man kann äußerlich Coolness vorspielen, aber die Messung hat gezeigt dass das von innen kam.



Nach der OP, nach dem Treffen mit Gott, hatte ich keine Angst mehr vor der Zukunft. Nicht nur dass die OP sehr gut verlaufen ist, auch wusste ich seitdem dass es IHN wirklich gibt. Plötzlich hatte ich eine unendlich große Neugier nach Gott. Die Freunde aus der Kirche besuchten mich. Sie kannten mich nicht lange, und trotzdem besuchten sie mich. 4 Wochen später besuchte ich auf Krücken das erste Mal den Gottesdienst, und es war einfach wundervoll wie sie mich begrüßt hatten.

Durch die regelmäßigen Besuche durfte ich Gott immer näher kennenlernen. Ich durfte erfahren, wer Er ist und was Er getan hat. So vergingen einige Wochen. Nach und nach habe ich das Gefühl gehabt, dass ich "Ja" zu Gott sagen wollte/sollte, hatte aber immer einen gewisse Angst oder vielleicht Respekt davor. Aber ich konnte nicht verleugnen, dass es mir einfach blendend ging, seitdem ich IHN kannte. Ich wollte einen Teil davon zurückgeben, und hatte auch fast ein schlechtes Gewissen, dass ich immer noch ab und zu am zweifeln war. Ich habe einfach die Gemeinschaft genossen. Es war auch interessant, andere Kirchen und Jugenden zu besuchen. Und diese Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit ist mir auch bei allen anderen aufgefallen, und dies hat mich sehr beeindruckend. Ich fing an Christen ziemlich cool zu finden. Ich habe gelernt, dass man ohne Alkohol viel mehr Spaß haben kann als mit. Ich kannte das so nicht.



Eine Woche ging es mir dann plötzlich nicht mehr so gut. Ich dachte dass Gott sich langsam aber sicher von mir abwendet, weil ich mich nicht zu Ihm bekenne. Am 27. Mai 2011, nach einem Frühstück mit einem Kumpel aus der Kirche, kam es zu einer sehr spontanen Fahrt in eine andere Stadt zu einer Evangelisation. Für mich war es aber ein normaler Gottesdienst. Ich kann mich nicht mehr genau dran erinnern, was dort gesagt wurde, denn ich war zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Mein Herz raste. Einerseits dachte ich, dass ich Gott einen Teil zurückgeben möchte für all das wundervolle, was Er für mich getan hat. Ich wollte einfach Danke sagen. Andererseits hatte ich auch Zweifel an meinen Fähigkeiten, das ganze durchzuziehen. Diesen Schnitt im Leben. Ich war die ganzen Jahre unterwegs mit meinen Freunden, hab mit denen getrunken, ich dachte mir was die alten Freunden bloß dazu sagen würden. Ich wollte mir einreden, dass dieses Gefühl nicht mehr als nur eine leichte Emotion ist. Das hat aber nicht aufgehört. Letztendlich war ich mir sicher, dass ich mein Leben in Gottes Hände übergeben möchte. Ich dachte mir, dass ich nicht noch einmal warten möchte, ich wollte einfach Buße tun. Der Pastor und meine Kumpels waren da, und ich habe angefangen zu beten. Ich habe alles gesagt was mir auf dem Herzen lag. Ich habe gedacht: "Jetzt bin ich mit Gott im Reinen!" Ich habe endlich begriffen, was Gott getan hat, und dass Er mir vergeben hat. Ich bin Ihm dankbar, dass Er stärker ist als alles andere, und dass ich immer zu Ihm kommen kann, dass Er immer an meiner Seite ist. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Gebete persönlicher geworden sind. Ich bin gespannt wie es mit Gott weiter geht. Ich habe eine OP auf der rechten Seite der Hüfte hinter mir, und eventuell muss ich nochmal für die linke Seite unters Messer. Aber weißt du was? Ich habe keine Angst, denn der Herr ist bei mir!



Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir! Psalm 23:4



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Kommentare

  • Bobby (Donnerstag, 02. Juni 2011 23:57)

    Amen Bruder :) ich bin so froh dass du diesen Schritt gemacht hast.

  • gelya (Freitag, 03. Juni 2011 16:19)

    СЛАВА БОГУ!!! :))

  • Inga (Freitag, 03. Juni 2011 18:53)

    Slava Bogu!:)

  • Markus (Freitag, 03. Juni 2011 18:58)

    Dem Herrn sei ehre!!

  • kevin (Dienstag, 14. Juni 2011 11:53)

    slawa bogu ich freue mich für dich das du in die kirche gekommen bist ;)
    TWm

  • Dennis (Dienstag, 14. Juni 2011 16:38)

    ich freu mich für dich kumpel

  • Maxi Geist (Samstag, 18. Juni 2011 22:24)

    das ist so cool, dass du dich bekehrt hast
    slawa bogu

  • Eva & Erika (Dienstag, 21. Juni 2011 11:26)

    Schön, dass es Dich gibt (:

  • niklas(kleiner) (Dienstag, 21. Juni 2011 12:36)

    ich freu mich für dich das du das getan hast

    slawa bogu!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Hartmut (Freitag, 11. November 2011 19:56)

    Ich bin soo froh, dies Zeugnis gelesen zu haben.
    Offb. 12, 11 will ich immer wieder in Erinnerung rufen:
    Und sie (die Brüder - und auch Schwestern) haben den Ankläger überwunden 1. durch des Lammes Blut und 2. durch das Wort ihres Zeugnisses und 3. haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod.
    Das wünsche ich mir selbst, Dir Max und allen die hier lesen und - warum nicht - auch schreiben.

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